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30. Mai 2017

Kartoffeln

Klug ist, wer Kartoffeln ist

Sie beeinflusste das Leben der Menschen in Europa wie kaum eine andere Kulturpflanze: die Kartoffel. Eingewandert aus den Anden, wo sie die Inkas in Höhen von bis zu 4000 m kultivierten, führte ihr Weg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts via Kanarische Inseln nach Spanien, weiter über Italien und in den Norden. Nach England/Irland kam die Kartoffel direkt aus Südamerika. Doch es sollte noch einige Zeit dauern, bis die Kartoffel das wurde, was sie ist: ein wertvolles und günstiges Lebensmittel.

Vorerst nämlich war die Pflanze vor allem beim Adel begehrt wegen ihrer hübschen Blüten. Dem Volk galt sie als giftig, was die oberirdischen Früchte ja auch sind. Der Anbau wollte nicht so richtig gelingen, denn da, wo sie herkommt, sind Tag und Nacht etwa gleich lang. Das Nachtschattengewächs musste sich deshalb zuerst an die langen Tage und kurzen Nächte von Europas Sommer anpassen. Dass es die Kartoffel doch noch auf den Tisch schaffte, soll Friedrich dem Grossen zu verdanken sein. Er habe während der grossen Hungersnot 1740 einen Kartoffelacker von Soldaten bewachen lassen. Die Bauern seien neugierig geworden, was es denn zu bewachen gebe, und hätten Kartoffeln korbweise gestohlen und selbst angebaut. Danach breitete sich die Kartoffel schnell aus und verbesserte die Ernährungssituation erheblich. Forscher sind überzeugt, dass dies massgeblich zum Bevölkerungswachstum beitrug. Erst jetzt entstanden grosse Städte, denn der Anbau von Kartoffeln im grossen Stil liess die Lebensmittelpreise sinken. So konnten sich auch Städter ohne eigenen Gemüsegarten ernähren. Heute werden weltweit jährlich über 300 Mio. Tonnen Kartoffeln geerntet. Grösster Produzent ist China.

In der Schweiz wurde die Kartoffel ab Anfang des 18. Jahrhunderts angebaut. Sie war lange Zeit das wichtigste Nahrungsmittel und fand als Rösti Eingang in die traditionelle Schweizer Küche. Im zweiten Weltkrieg galt sie im Rahmen der so genannten Anbauschlacht als Zeichen des Verteidigungswillens. Danach sank der Verbrauch von Kartoffeln, Reis und Teigwaren hielten Einzug. Heute konsumiert jeder Bewohner pro Jahr gut 40 kg. Der Verbrauch ist seit Jahren konstant. Etwa die Hälfte kommt in veredelter Form auf den Tisch, als Pommes Frites, Chips, Croquettes, Kartoffelstockflocken oder Fertigrösti. Ihre beste Eigenschaft, kaum Fett, aber viele wertvolle Mineralstoffe und Vitamine zu enthalten, bleibt dabei wohl auf der Strecke. Schmecken aber tut die Kartoffel in jeder Form.

Kartoffel Sack
Kartoffelbluete
Kartoffelkorb
23. Mai 2017

Gartenstil Guide 2017

Auf der Webseite des Gartenstil Guide 2017 "Jetzt alle Stile entdecken" drücken und sie finden ein Interview mit Mario Knecht über das Thema "alpiner Steingarten"!

Gartenstil Guide 2017

viel Spass beim lesen!

1. Mai 2017

„Wenn der Frühling kommt…

… schick ich dir Tulpen aus Amsterdam.“ Jean Walter brachte dieses Lied 1956 auf den Markt. Ein Evergreen, den ich, viele Jahre später, in meinen Kindertagen jeden Frühling hörte. Mit seiner eingängigen Melodie blieb es schnell im Gedächtnis haften, und so kommt es mir auch heute noch in den Sinn, wenn die ersten lauen Frühlingstage zu geniessen sind und die Tulpen sich in ihrer ganzen Pracht entfalten.

Ursprünglich stammt die Tulpe nicht aus Amsterdam, sondern aus Asien. Ihren Namen verdankt sie ihrem Aussehen: In ihrer klassischen Form erinnert sie an die spitze, turbanähnliche Kopfbedeckung, die die Menschen in Asien früher trugen und die in der Türkei ‚tülbent‘ und in Persien ‚dulband‘ hiess. Daraus leitet sich der botanische Namen ‚Tulipa‘ ab. Schriftlich erwähnt wird die Blume erstmals im neunten Jahrhundert in altpersischen Schriften. In die Niederlande kamen die ersten Zwiebeln in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Sie waren Liebhaberobjekte und wurden vor allem in den Gärten der gehobenen Mittelschicht kultiviert. Wurden sie anfänglich unter Züchtern getauscht, kam bald der kommerzielle Handel dazu. Die Zwiebeln verkamen zum Spekulationsobjekt. Sie waren gar kostbarer als Gold oder Edelsteine, bevor ein Börsenkrach im Februar 1637 dem Treiben ein Ende setzte. Unter dem Namen ‚Tulpenmanie‘ ist dieser Vorgang als erste gut dokumentierte Spekulationsblase in die Wirtschaftsgeschichte eingegangen.

Heute sind Tulpen eine weitverbreitete Garten- und eine günstige Schnittblume. Etwa 6000 Arten gibt es mittlerweile, ein- und mehrfarbige, geflammte, gefächerte, gefranste, gefüllte, sogar lilienblütige. Kostbar sind sie aber immer noch, denn auch heute noch künden sie den Frühling an

Mkg 0979
25. April 2017

Der Holunder

Frau Holle im Garten

Ganz armselig sah der Holunder im Februar aus. Der grösste Teil seiner einst eindrücklichen Erscheinung war dem Bedarf an Material fürs Hügelbeet zum Opfer gefallen. Doch kaum wurden die Tage wärmer, erholte sich der Strauch, schossen aus jedem Ästchen neue Triebe. Nun, Ende April, hat er fast schon wieder seine alte Grösse erreicht und streckt voller Stolz seine Blütendolden in die Höhe.

Holunder, meist ist es der schwarze, sei eine denkbar anspruchslose Pflanze, lese ich in meinem Gartenbuch. Er liebe zwar Sonne und stickstoffreiche, feuchte Böden, doch könne er auch im Halbschatten und in jedem Boden gedeihen. Holder, wie er in der Schweiz oft genannt wird, ist in Europa weit verbreitet, wild in Hecken und Wäldern, kultiviert in Gärten. Vögel lieben seine Beeren, Insekten seine Blüten – und seine Blattläuse. Denn für die scheint der Holunder eine ganz besondere Attraktion zu sein.

Seit alters her zieht es Sambucus nigra zu den Häusern des Menschen. Er ziehe die guten Geister an, sagte mir mein Nachbar. Darum stehe der Holunder in der Nähe der Türe. Ausserdem galt er seiner vielseitigen Verwendbarkeit in der Volksmedizin wegen als ‚Apotheke des kleinen Mannes‘. Noch heute schätzt man ihn bei Erkältungen, und seine Blüten und Beeren finden sich in vielen Leckereien. Und das ist noch nicht alles.

Der Holunderbusch, das ergibt meine Google-Recherche, soll einst Sitz der germanischen Göttin Holda gewesen sein. Sie schützte das Leben von Tieren und Pflanzen und herrschte über die Jahreszeiten. Die Brüder Grimm setzten ihr mit Frau Holle ein Denkmal.

Sitz einer Göttin und der guten Geister – dafür kann man sogar Blattläuse in Kauf nehmen.