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27. März 2017

Der Schlüssel zum Frühling

Primeln eröffnen das Blumenjahr, im Blumenladen und in der Natur. Sie machen damit ihrem Namen alle Ehre: Ihr lateinischer Name Primula kommt von prima, die Erste. Zur Gattung der Primeln gehören etwa 500 verschiedene Arten. Rund die Hälfte ist in China beheimatet.

Wilde Primeln finden sich auf der ganzen Nordhalbkugel. Was bei uns im Regal, in Garten und Parks blüht, ist meist die Primula vulgaris, die stängellose Schlüsselblume, auch Gartenprimel genannt. Die leuchtenden Farben im Blumenladen verdankt sie der Zucht, ausgewildert blühen die Pflanzen meist blasser. Gartenprimeln sind sehr beliebte und weit verbreitete Zierpflanzen. Viel seltener in unseren Breitengraden hingegen ist die Primula veris, die Erste des Frühlings, besser bekannt als Wiesen- oder echte Schlüsselblume.

Zu ihrem Namen kamen die Schlüsselblumen ihrer Blütenstände wegen, die so nahe beieinander stehen, dass sie an einen Schlüsselbund erinnern. Eine Legende sagt, dass Petrus einst die Schlüssel zum Himmelstor aus der Hand und auf die Erde gefallen sind. Ein Engel holte sie ihm zurück, und da, wo die Schlüssel lagen, kam eine Blume zum Blühen, man nannte sie fortan Schlüsselblume. Die Schlüsselblume als Türöffnerin kannten auch die Kelten: Göttin Brigid schloss mit Schlüsselblumen das Himmelstor auf und liess den Frühling herein. Im Mittelalter galten die Blumen als Schlüssel zu verborgenen Schätzen.

Primeln stehen ausserdem für Zufriedenheit. Primeln helfen bei Erkältungskrankheiten, Schlafstörungen, Herzbeschwerden und gegen Melancholie. Primeln bewahren die eigene Schönheit, wenn man die Blume auf sich trägt. Doch Primeln sind vor allem eines: Botinnen des Lichts und des Frühlings. Kein Wunder, sind sie so beliebt.

Primula Veris
31. Januar 2017

Artikel im Schweizer Garten

Die Mario Knecht Gartengestaltung ist Interviewpartner in der aktuellen Ausgabe des meistgelesenen schweizer Gartenmagazins "Schweizer Garten" zum Thema natürlicher Sichtschutz. Wunderbar geschrieben von Lioba Schneemann.

Webseite "Schweizer Garten"

Link zum Artikel

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11. Januar 2017

Gartenwege

Der Weg passt gut zum Garten. Leicht gewunden, führt er vom Haus zum runden Sitzplatz und um die Kräuterschnecke. Noch sind die Wegränder kahl, kein Büschlein ist zu sehen. Denn der Weg ist neu. Ein Weihnachtsgeschenk, das der Mensch sich und seinem Garten gemacht hat. Der alte Weg, schnurgerade und aus dickem Beton, wollte einfach nicht gefallen.

Wege sind für dem Menschen wichtig. Darum baut er sich Wege, wo immer er ist, zu Land, zu Wasser und in der Luft. Wege sind ihm die Verbindung von A nach B. Sie sind aber noch viel mehr: Sie eröffnen ihm neue Möglichkeiten, neue Perspektiven, beruflich und privat. Wege verändern sein Leben. Und ganz nebenbei verändern sie die Landschaft.

Weg und Mensch haben eine so enge Beziehung, dass sie sich auf die Sprache abgefärbt hat. Der Mensch geht seines Weges, kommt vom Weg ab, macht Umwege, sucht neue Wege, geht seinen Weg mal allein, mal gemeinsam. Eltern geben ihren Kindern Werte mit auf den Weg, wollen ihnen aber nicht im Wege stehen. Mal muss man sich aus dem Weg gehen, dann wieder auf halbem Weg treffen.

Wege sind dem Menschen viel wert. Allein in der Schweiz wurden 2013 gemäss Bundesamt für Statistik mehr als 70 Mia. Franken für Strassen- und Schienenwege ausgegeben. In diesem Betrag enthalten sind die Kosten für die Infrastruktur, aber auch die entsprechenden Verkehrsmittel.

Gartenwege sind in dieser Statistik nicht enthalten. Sie würden diesen Betrag auch nicht beeinflussen. Aber sie verändern die Landschaft. Und auch sie bedeuten dem Menschen mehr als nur die Verbindung von A nach B.

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16. November 2016

Sauerkraut

Es ist einer dieser milden Spätsommertage. Dicht lag der Nebel am Morgen auf den Feldern. Erst gegen Mittag setzte sich die Sonne durch. Jetzt aber ist es angenehm warm. Die meisten Bäume sind leergefegt, nur noch das Laub vom Blauregen leuchtet strahlend gelb von der Gartenhauswand. Ein paar Astern blühen noch, ein paar Ringelblumen, Borretsch. Emsiges Treiben herrscht an den Blüten, die Sonne hat Hummeln, Bienen und Co. nochmals auf Tour getrieben.

Gärten und Felder sind leer geworden. Das Gemüse ist abgeerntet, die Ernten sind eingefahren. Es ist die Zeit der Wein- und Erntedankfeste. Zeit für Fondue, Raclette und Kürbissuppe. Und für Sauerkraut. Die Käsespezialitäten und Kürbissuppe sind mittlerweileüberall im Angebot zu finden. Sauerkraut hingegen fristet immer noch ein Mauerblümchendasein. Nur gerade 600 Gramm assen wir letztes Jahr im Schnitt gemäss Statistik der Schweizer Gemüseproduzenten. Zum Vergleich: Der Gemüsekonsum pro Kopf lag bei 85 Kilogramm, davon entfielen knapp 16 auf Rüebli und Tomaten.

Gemüse, mit Salz unter Luftabschluss vergoren, war schon im antiken Griechenland und im Römischen Reich bekannt. Über all die Jahrtausende war es ein wertvoller Energielieferant in den dunklen Wintertagen. Mit dem Einzug der Tiefkühltruhen geriet es ins Hintertreffen. Und heute, da im Gemüseregal auch im Winter viel Frisches steht, hat das farblose Sauerkraut erst recht einen schweren Stand.

Man tut dem Gemüse Unrecht. Sauerkraut ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, aber arm an Kalorien. Ein richtiges Superfood sozusagen, und erst noch aus der Region. Es ist einfach herzustellen, aber auch beim Detailhändler günstig zu haben. Es schmeckt roh und gekocht, als Salat, Auflauf oder einfach als Beilage. Rezepte finden sich in alten Kochbüchern – und im Internet. Ausprobieren!

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