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20. März 2016

Uralt und topmodern - Hochbeete

Hochbeete haben Hochsaison. Rund oder eckig, aus Holz oder Stein, Metall oder Kunststoff, gar auf Rädern, im Fachgeschäft findet sich für jeden Garten und jeden Balkon das Gewünschte. Wahre Wunder werden ihnen in der Literatur nachgesagt: In Hochbeeten lasse sich früher und mehr ernten, bei der Arbeit werde der Rücken geschont, Schnecken seien kein Thema mehr. Nun, Pflanzen in Hochbeeten haben tatsächlichwärmer, weil sie der Bodenkälte weniger ausgesetzt sind. Dafür bläst ihnen der Wind um die Blätter. Wer die Höhe des Beetes nicht auf seine Körpergrösse abstimmt, muss sich weiterhin ein wenig bücken. Und selbstverständlich finden die Schnecken den Salat auch im Hochbeet. Das mindert aber dessen Charme ganz und gar nicht.

Denn Hochbeete sind vielseitig. Sie dienen dem Anbau von Gemüse,haben dekorativen Charakter und lassen sich als Gestaltungselemente verwenden. Mit Wildblumen oder Kräutern bepflanzt, bringen sie Natur in den Garten. Wohl deshalb liegen sie zurzeit voll im Trend. Eine Neuerfindung sind sie allerdings nicht. Der Mensch kennt erhöhte Beete, seit er Pflanzen kultiviert. China nutzte  diese Anbauform schon vor mehr als 4000 Jahren. Die Azteken pflegten Hochbeete in der damals sumpfigen Ebene des heutigen Mexico City. Im Mittelalter waren in Europas Kloster- und Bauerngärten Hochbeete mit Weiden- oder Reisigwänden weit verbreitet. Das kommt nicht von ungefähr, denn Hochbeete bewirken in der Tat Wunder: Sie ermöglichen Wachstum, wo der Boden nichts hergibt. Hoch über diesem bieten sie Pflanzen das, was es zum Gedeihen braucht.

Mit der Industrialisierung, der Intensivierung der Landwirtschaft und der schwindenden Bedeutung von Selbstversorgung verloren Hochbeete ihren Wert. Nun hat die Gegenbewegung eingesetzt. Und mögen Hochbeete für unsere Ernährungssicherheit auch nicht wirklich wichtig sein, eine Bereicherung für Garten und Balkone sind sie allemal.

Hochbeet Fr Hbeet
Hochbeet Mit Brettern
2. Februar 2016

Christrosen - Königinnen des Winters

Auf dem Weg nach Bethlehem trug einer der Hirten kein Geschenk bei sich. Weil er nichts besass und zur kalten Winterzeit auch keine Blumen fand, weinte er bitterlich. Seine Tränen fielen auf die Erde, und aus ihnen entsprossen Blüten so schön wie Rosen. Glückselig überbrachte der Hirte die "Christ-Rosen" als Geschenk dem Jesus-Kind.

So geht eine Geschichte, wie die Christrose zu ihrem Namen gekommen sei. Vielleicht heisst sie aber auch so, weil sie schon ab November blühen kann oder weil der Mensch sie so kultiviert hat, dass sie zur Weihnachtszeit in voller Pracht steht. Wie auch immer, mit richtigem Namen heisst die Christrose Helleborus niger, die schwarze Nieswurz. Sie gehört zu den Hahnenfussgewächsen und ist giftig. Doch kam sie auch als Heilmittel zum Einsatz, unter anderem bei Wahnvorstellungen und Epilepsie. Das lateinische Wort helleborosus bedeutet denn auch ‚nicht ganz bei Verstand sein‘. Das deutsche Nieswurz weist auf einen weiteren Verwendungszweck hin. Die schwarzen unterirdischen Sprossen wurden als Niespulver und als Bestandteil von Schnupftabak genutzt. Heute ist Helleborus als Heilmittel nur noch in der Anthroposophie anzutreffen,

Die Christrose kommt aus Südostasien. Man nimmt an, dass sie mit der letzten Eiszeit zu uns gekommen ist und zuerst in Klostergärten, später auch in Bauerngärten kultiviert wurde. In der freien Natur ist sie in der Schweiz selten anzutreffen, sie gedeiht lediglich an wenigen Standorten im Südtessin. Sie liebt Kalk und feuchten humusreichen Boden, Staunässe hingegen mag sie gar nicht. Die tief wurzelnde Pflanze braucht ein ungestörtes Plätzchen und fühlt sich bei Sträuchern und Laubbäumen wohl. Dort hat sie Schatten im Sommer und Sonne im Winter. Ausserdem will sie ihre Wurzeln ganzjährig mit einer Mulchschicht aus Laub und frischem Kompost bedeckt haben.

Wenn die Bedingungen stimmen, ist Helleborus niger hart im Nehmen, verträgt starke Fröste und Trockenperioden. Und erfreut uns manches Jahr mitten im Winter mit ihren immergrünen Blättern und der auffälligen weissen Blütenpracht.

Christrose
Christrose3
14. Dezember 2015

liebe Winterruhe...komme bald

Südlichere Tage

„Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,

und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;

gib ihnen noch zwei südlichere Tage,

dränge sie zur Vollendung hin und jage

die letzte Süsse in den schweren Wein.“

‚Herbsttag‘ heisst das wunderbare Gedicht von Rainer Maria Rilke, 1902 geschrieben, das so gut zu diesem Jahr passt. Gross war der Sommer, reichte bis weit in den Herbst hinein. Ihm folgten goldene Herbsttage. Und als wir uns schon fast im Winter wähnten, da schenkte uns der November ungewohnt viele ungewohnt milde Tage. Jetzt sind die Ernten eingefahren, jetzt sind die Winde los. Sie haben die letzten Blätter von den Bäumen geholt, treiben Regen und Schnee vor sich her. Der Garten ist fast leer. Nur Rosenkohl und Zuckerhut stehen noch, und da und dort strahlt eine letzte Ringelblume. Unter dem Baum, fast ein bisschen verschämt, blüht bereits die erste Primel.

Es ist Zeit, fürwahr, Zeit für die Winterruhe!

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11. August 2015

Gartenteiche

Spiegel des Himmels

Silbrig glänzt der Teich in der Fast-Vollmondnacht. Eigentlich ist er kein Teich, sondern ein Wasserloch, gerade mal so gross, dass eine Ente darin nur sitzen kann. Wirkung entfaltet er aber auch so.

Teiche sind vom Menschen gemacht und begleiten ihn seit jeher. Ursprünglich legte er sie an, um Wasser zu sammeln, für sich und seine Tiere, um seine Kulturen zu bewässern und die Mühle zu betreiben. So beugte er Hungersnöten vor und erleichterte sich die Arbeit. Später wurden Teiche Attraktionen von Parks und Gartenanlagen. Heute sind Teiche auch in Privatgärten anzutreffen.

Stehende Wasser sind Spiegel des Himmels und bringen eine ganz besondere Atmosphäre in den Garten. Zierteiche mit ihren klaren Formen und nur wenigen Pflanzen schaffen Struktur. Sie finden sich in Gärten von Menschen, denen es vor allem um Ästhetik geht. Doch auch in einen Zierteich schleicht sich mit der Zeit Natur ein, ob der Mensch will oder nicht. Und ein Naturteich ist immer auch eine Zierde. Mit ihm holen Sie sich jedoch mehr als den Himmel in den Garten. Seine abwechslungsreiche Bepflanzung und verschiedene Wassertiefen schaffen Lebensraum für Tiere, die in der freien Natur kaum mehr Platz finden.

Teiche, diese menschgemachten Kunstwerke, sind ein Paradies für alle und passen in jeden Garten. 

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