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4. September 2017

Hibiskus

Spätsommerpracht

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Noch sind die Tage heiss, sehr heiss. Doch sie sind merklich kürzer geworden, und das Licht trägt schon den Herbst in sich. Die vielen Schwalben in der Abendsonne künden von der baldigen Abreise ins Winterquartier Afrika. Dahin, wo die Mauersegler bereits aufgebrochen sind.

Es ist dies die Zeit für den Hibiskus. Er, der im Frühling lange Zeit aussah, als hätte ihn das Zeitliche gesegnet, weil er so spät austreibt, entfaltet nun seine volle Blütenpracht. Jeden Tag aufs Neue wickeln sich die die trichterförmigen Blumen aus der Knospe, setzen weisse, rosa oder lila Farbpunkte im Garten. Eine willkommene Abwechslung in das viele Verblühte. Und ein reicher Tisch für Bienen. Sie lassen es sich gerne gefallen, fliegen von früh bis spät, krabbeln tief ins Blüteninnere, bis sie ganz weiss vom Blütenstaub sind. Fast scheint es, als würden sie sich nochmals so richtig vollsaugen, bevor die kalten Tage kommen.

Ursprünglich stammt der Hibiskus aus Südostasien. Er gehört zu den Malvengewächsen. Der bei uns verbreitete Gartenhibiskus, hibiskus syriacus oder auch Garteneibisch genannt, hat sich gut an das hiesige Klima gewöhnt, er ist winterhart und erträgt auch Frost. Er liebt halbschattige bis sonnige Orte, hat gerne feucht, mag aber keine Staunässe. Regnet es über längere Zeit nicht, sollte man ihn giessen, sonst wirft er seine Blüten ab.

Die Blüten erfreuen nicht nur Insekten und des Menschen Auge. Die Blütenblätter werden auch gerne als Tee verwendet. Sie geben dem Tee Farbe, löschen den Durst, und es wird ihnen eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt.

In Südkorea und Malaysia wird Hibiskus als Nationalblume verehrt. Die ‚unvergängliche Blume‘ steht dort für Entschlossenheit und Durchhaltevermögen, in China wird sie mit Pracht, Ruhm und Reichtum assoziiert. Und auch bei uns ist sie Pracht und Reichtum: eine Augenpracht, die das Leben der Bienen reicher macht.

Hibiskus Weiss1
11. August 2017

Mauersegler: Flugkünstler ohnegleichen

Die Mauersegler sind schon eingezogen, haben das Angebot des Menschen angenommen und wohnen nun in den aufgehängten Holzkasten unter dem Dach. Tür an Tür mit den Schwalben, denen sie zwar ähnlich sehen, mit denen sie aber nicht weiter verwandt sind. Denn sie gehören zu den Seglern und haben sich wie kaum ein anderer Vogel an das Leben in der Luft, aber auch in den Städten angepasst. Einst nisteten sie in Felshöhlen, doch wahrscheinlich schon im Mittelalter sind sie dem Menschen gefolgt und haben sich in Burgen und Klöstern einquartiert. Auch in Städten und Dörfern fanden die Mauersegler Unterschlupf. Lange Zeit gehörten sie zum Stadtbild, wie die Tauben dies tun. Erst in den letzten Jahren bekunden sie Mühe. Der Abriss von alten Gebäuden und Gebäudesanierungen führen dazu, dass sie immer öfter vor ‚verschlossenen‘ Türen stehen.

Für die Suche nach einem Nest bleibt kaum Zeit, denn Mauersegler sind kaum drei Monate hier. Sie sind deshalb sehr brutortgebunden. Nach ihrem ersten Winter im südlichen Afrika suchen oder bauen sie hier ein Nest. Dabei schliessen sie sich gerne bestehenden Kolonien an. Sie brüten aber frühestens ab dem zweiten Jahr. Die Brutzeit dauert rund drei Wochen, etwa sechs Wochen brauchen die Jungvögel, bis sie flügge sind. Bis es soweit ist, hopsen die Kleinen im Nest umher. Weil ihre Füsse so kurz sind, dass sie damit kaum vorankommen, behelfen sie sich mit ihren aufgestützten Flügeln. So bewegen sie sich am Boden auch noch, wenn sie ausgewachsen sind. Fehlt infolge schlechter Witterung die Nahrung, fallen Jungvögel in eine Hungerstarre und können so bis zu zwei Wochen überleben.

Spyren, wie die Mauersegler auch genannt werden, verbringen ihr Leben fast ausschliesslich in der Luft. Ihre Formationsflüge um Häuser und durch Strassen, mal knapp über dem Boden, mal hoch in der Luft, lassen uns staunen. Wenn das Wetter über längere Zeit schlecht ist, fliegen sie einfach schnell in wärmere Gefilde. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern und können 3000 Meter in die Höhe steigen. Weil sie dies auch abends tun, sagte man einst, sie verbrächten die Nacht auf dem Mond. Dass dies nicht stimmt, wissen wir mittlerweile. Wie Mauersegler es anstellen, dass sie im Fluge schlafen und sich erholen können, bleibt hingegen ihr grosses Geheimnis.

Mauersegler
Images
30. Mai 2017

Kartoffeln

Klug ist, wer Kartoffeln ist

Sie beeinflusste das Leben der Menschen in Europa wie kaum eine andere Kulturpflanze: die Kartoffel. Eingewandert aus den Anden, wo sie die Inkas in Höhen von bis zu 4000 m kultivierten, führte ihr Weg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts via Kanarische Inseln nach Spanien, weiter über Italien und in den Norden. Nach England/Irland kam die Kartoffel direkt aus Südamerika. Doch es sollte noch einige Zeit dauern, bis die Kartoffel das wurde, was sie ist: ein wertvolles und günstiges Lebensmittel.

Vorerst nämlich war die Pflanze vor allem beim Adel begehrt wegen ihrer hübschen Blüten. Dem Volk galt sie als giftig, was die oberirdischen Früchte ja auch sind. Der Anbau wollte nicht so richtig gelingen, denn da, wo sie herkommt, sind Tag und Nacht etwa gleich lang. Das Nachtschattengewächs musste sich deshalb zuerst an die langen Tage und kurzen Nächte von Europas Sommer anpassen. Dass es die Kartoffel doch noch auf den Tisch schaffte, soll Friedrich dem Grossen zu verdanken sein. Er habe während der grossen Hungersnot 1740 einen Kartoffelacker von Soldaten bewachen lassen. Die Bauern seien neugierig geworden, was es denn zu bewachen gebe, und hätten Kartoffeln korbweise gestohlen und selbst angebaut. Danach breitete sich die Kartoffel schnell aus und verbesserte die Ernährungssituation erheblich. Forscher sind überzeugt, dass dies massgeblich zum Bevölkerungswachstum beitrug. Erst jetzt entstanden grosse Städte, denn der Anbau von Kartoffeln im grossen Stil liess die Lebensmittelpreise sinken. So konnten sich auch Städter ohne eigenen Gemüsegarten ernähren. Heute werden weltweit jährlich über 300 Mio. Tonnen Kartoffeln geerntet. Grösster Produzent ist China.

In der Schweiz wurde die Kartoffel ab Anfang des 18. Jahrhunderts angebaut. Sie war lange Zeit das wichtigste Nahrungsmittel und fand als Rösti Eingang in die traditionelle Schweizer Küche. Im zweiten Weltkrieg galt sie im Rahmen der so genannten Anbauschlacht als Zeichen des Verteidigungswillens. Danach sank der Verbrauch von Kartoffeln, Reis und Teigwaren hielten Einzug. Heute konsumiert jeder Bewohner pro Jahr gut 40 kg. Der Verbrauch ist seit Jahren konstant. Etwa die Hälfte kommt in veredelter Form auf den Tisch, als Pommes Frites, Chips, Croquettes, Kartoffelstockflocken oder Fertigrösti. Ihre beste Eigenschaft, kaum Fett, aber viele wertvolle Mineralstoffe und Vitamine zu enthalten, bleibt dabei wohl auf der Strecke. Schmecken aber tut die Kartoffel in jeder Form.

Kartoffel Sack
Kartoffelbluete
Kartoffelkorb
23. Mai 2017

Gartenstil Guide 2017

Auf der Webseite des Gartenstil Guide 2017 "Jetzt alle Stile entdecken" drücken und sie finden ein Interview mit Mario Knecht über das Thema "alpiner Steingarten"!

Gartenstil Guide 2017

viel Spass beim lesen!